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Wir über uns: Das Fanprojekt St. Pauli

Mehr Informationen zur Fangeschichte

Seit nun mehr als zehn Jahren existiert das FC St. Pauli Fan-Projekt unter dem Dach des Vereins "Jugend und Sport e.V.". Das Fan-Projekt-Team - ins Leben gerufen von aktiven Fans des FC St. Pauli und beheimatet im Fan-Laden in der Brigittenstraße - arbeitet im Bereich der Fanbetreuung auf Grundlage des "Nationalen Konzept Sport und Sicherheit"(NKSS). Dieses wurde von den Innenministerien der Länder und dem Deutschen Fußball Bund 1992 entwickelt.

Grundelemente des Konzepts im Hinblick auf Fan-Projekt-Arbeit bestehen in der gewaltpräventiven Arbeit mit jugendlichen Fußball-Fans. Daher ist der Fan-Laden St.Pauli Träger der öffentlichen Jugendhilfe und arbeitet unter den sozialarbeiterischen Aspekten der aufsuchenden und akzeptierenden Jugendarbeit.

Seine drei MitarbeiterInnen Cathrin Baumgardt, Heiko Schlesselmann (gleichzeitig Fan-Beauftragter des FC St. Pauli) und Ralf Mehnert arbeiten hauptberuflich als Sozialarbeiter im Rahmen des Fan-Projekts und sehen sich als Vertreter und kritische Beobachter der Fans des FC St. Pauli und gleichzeitig als Vermittler zwischen den Fans und dem Verein.

Auch wenn das Fan-Projekt seine Arbeit unabhängig vom FC St. Pauli und dessen Vereinsstrukturen verrichtet, darf die Wirkung und Akzeptanz im Verein und seinem Umfeld nicht unterschätzt werden. Eine möglichst enge Kooperation mit den relevanten Fan-Gruppen und den Vertretern der Vereinshierarchien beim FC St. Pauli bildet ein Hauptkriterium der Arbeit und unterstützt so die erfolgreiche Arbeit des St.Pauli-Fan-Projekts.


Mehr als nur ein Fan-Projekt - Freiraum Fußball

Schon aus seiner Entstehungsgeschichte heraus war und ist der Fan-Laden FC St.Pauli und sein Umfeld immer ein wenig mehr gewesen als eben nur das Fan-Projekt gemäß dem NKSS. Der Fan-Laden kann als Geburtsort einer neuen Fan-Kultur in Deutschland angesehen werden und gilt bis heute als eines der Vorbilder der alternativen Fanbewegung (mehr Informationen zur Fangeschichte gibt es hier). Es war und ist immer ein wichtiges Anliegen gewesen, der "tumben Masse" eine Stimme zu verleihen, den Fans eine Möglichkeit zu schaffen und ihre Interessen im kommerziellen Dschungel des professionellen Fußball zu vertreten. Sei es durch das erste deutsche Fan-Magazin der neueren Art, den "Millerntor Roar", der noch heute, über fünf Jahre nach seiner Einstellung, als Urvater und Vorbild der deutschen Fanzinekultur gilt, sei es durch die Mitbegründung der bundesweiten Faninitiative "Bündnis Aktiver Fußball Fans" (BAFF) oder durch die Organisation von Demonstrationen und Protestaktionen gegen die Phänomene eines immer mehr nur noch monetär geprägten Raumes.

Es kann nur das Ziel einer derartigen Arbeit sein, in diesem Umfeld Kommunikationsräume zu schaffen und Selbstinitiative zu stützen. Ohne die Fans, die diese Möglichkeiten nutzen, ohne die Eigeninitiative der Fans, den eigenen Kulturraum selbst zu gestalten, wäre auch der Fan-Laden nicht das, was er heute ist: Mittler zwischen Verein und Fans, tägliche Talkrunde, Infotisch, Frustabbauhilfe und Fanzentrale.

Fast nichts, was in der Fanszene auf St. Pauli geschieht, geht am Fan-Laden vorbei, fast keine bundesweiten Aktionen und Treffen laufen ohne den Fan-Laden ab, und keine deutsche Faninstitution kann auf so viele internationale Kontakte verweisen.

Zehn Jahre aktive Fanarbeit, vor allem von Fans für Fans, haben ein großes informelles Netzwerk geschaffen. Und nicht zuletzt die Bedeutung, die der Fan-Laden für den FC St.Pauli hat, zeigen, daß eine aktive Fanszene sich einen Stellenwert im eigenen Verein erarbeiten kann, der eben nicht nur eine "tumbe Masse" umfaßt, sondern einen aktiven Teil des Gesamtvereins. Und so kann es auch in der Zukunft nur heißen: Räume schaffen, Selbstinitiative stützen und für die Fans das erreichen, was wirklich wichtig ist: entscheidender Teil einer Kultur zu sein.

Unsere zentralen Aufgaben sind die Organisation der Auswärtsfahrten, Fahrten und Sonderprogramm für Jugendliche unter 16 Jahren (für einige Auswärtsfahrten stellen wir speziell betreute Busse teilweise mit Übernachtung für den Fan-Nachwuchs bereit. "Kein Alkohol, keine Zigaretten" heißt das Motto für diese Fahrten der sogenannten U-16, deren Preise immer vom Taschengeld finanzierbar sein sollten) sowie für Mädchen und junge Frauen, die Organisation von Fan-Club-Fußballturnieren und -Delegiertenversammlungen, Fantalks, internationale Fanbegegnungen. Weiterhin sind wir Infostelle, Unterstützer sämtlicher relevanter Fan-Gruppen, Betreuer der inzwischen über 100 europaweit organisierten Fan-Clubs des Vereins u.v.m.. Unsere Arbeit orientiert sich eng an den Bedürfnissen der Fans und lebt auch von diesen und deren Ideen.

Oftmals wird unser Fanprojekt/Fanladen als reines Fan-Artikel-Geschäft angesehen, was wir aber nicht sind.

Wir sehen uns als Vertreter und kritischer Beobachter der Fans des FC St.Pauli, als "Anwalt" für die Fans bei Problemen mit dem Verein, Polizei, Ordnungsdienst oder Behörden und gleichzeitig als Vermittler zwischen Fans und dem Verein. Wir sind für alle Fans offen und stehen bei Fragen, Problemen, persönlichen Notlagen, Herstellung von Kontakten oder Wünschen mit Rat, Tat und Unterstützung zur Verfügung.

Wir freuen uns über eure Besuche im Fanladen in der Brigittenstraße, während der Spiele im Container in der Nordkurve oder sprecht uns einfach bei Heim- oder Auswärtsspielen an.

Mehr Informationen zur Fangeschichte

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